LAKE TAHOE

Nicht nur, dass am Lake Tahoe scheinbar die Farbe Blau erfunden wurde, nein dieses wunderschöne Fleckchen Erde entpuppte sich als wahrer „Schule des Lebens“-Ort für mich.

Was ich genau damit meine, werdet ihr beim Lesen schon merken. In erster Linie  aber wollte ich euch mal wieder einen meiner #Wandertage und somit einen #Tourentipp zusammenschreiben.

Interessant ist diese Wanderung für alle, die ihre Unterkunft in der Gegend um das kalifornische South Lake Tahoe haben, oder dort für eine Wanderung aus dem Auto springen wollen.

Da man nie ohne Stärkung – in diesem Fall Frühstück – in die Berge losziehen sollte, empfehle ich zunächst jedem einen ordentlichen Leckerbissen bei Heidi’s Pancake House. Das Frühstückslokal soll an ein Schweizer Chalet erinnern (alle Schweizer werden sich hier im Grabe umdrehen); nett ist es dennoch allemal und vor allem verdammt lecker.

French-Toast mit Bacon und Rührei ist irgendwie pervers, aber auch einfach nur sensationell gut. Gestärkt fahre ich in Richtung des Emerald Bay State Parks, um dort am Aussichtspunkt Bay View zu parken. Im Frühjahr ist es trotz strahlendem Sonnenschein hier in den Morgenstunden gelinde gesagt ar****kalt und ich bin froh um mein Norrøna Trekking Layer Shirt.

Hinter dem Campground und Parkplatz des Aussichtspunktes beginnt direkt der Trail.
Halt nicht so schnell, zunächst gilt es ein „Wildernis-Permit“ auszufüllen – Kostenpunkt 5$ – und selbiges bei sich zu führen. Wozu das Ganze? Ranger kontrollieren die Trailheads (Startpunkte) der Wanderungen täglich, so kann schnell ermittelt werden, wer im Fall eines (Not)Falles wo zuletzt gesehen worden bzw. aufgebrochen ist. Das schränkt die Suche bei diesen enorm riesigen Gebieten doch um einiges ein.

Die Eckpunkte dieses Hikes lesen sich so:
– Start nach rechts weg, in Richtung Desolation Trail
– am Granite Lake vorbei
– hinauf zu Maggies Peaks
– Abstieg über die Eagle Falls
– und den letzten Kilometer zurück auf der Straße (geht leider nicht anders)

 

Und los, wir lassen die Cascade Fälle links liegen und steigen dem Desolation Trail folgend in sonnendurchfluteten Waldwegen in Serpentinen auf. Der Weg hat bis dato keinerlei Schwierigkeiten und man gewinnt schnell an Höhe.

Erste Schneefleckchen tauchen in den Schattenplätzen des Waldes auf und bei einer kleinen Bach-Überquerung wird man nochmals an das Mitführen seines Permits erinnert. Direkt nachdem kleinen Balanceakt über das Schmelzwasser eröffnet sich einem der erste erhöhte Blick über den See. Und ich lerne in der ersten Schulstunde des Lebens: Augen auf bei der Farbwahl der Kleidung! Selten dumme Idee von mir, blau und grün zu tragen, wenn man sich ständig vor dem Bühnenbild „See & Wald“ bewegt.

Weiter geht es nach oben, schon ein paar Kurven später wird der Blick noch spektakulärer, da hier praktischerweise die „störenden“ Bäume fehlen.

Unbeschreiblich.

Ab hier lassen wir das See-Szenario hinter uns und steigen immer noch recht gemütlich dem Berggipfel sowie dem Zwischenstopp Lake Granite entgegen. Der Schnee wird mehr, aber die Kraft der Sonne zum Glück auch. Mein Funktionsshirt ist in seinem Element, es wärmt und transportiert die dennoch erschwitzte Feuchtigkeit von innen nach aussen ab. Einzig auf der Höhe des Lake Granite schlüpfe ich kurz in meinen Windbreaker, da man hier für ca. 15 Minuten durch den Windkorridor marschiert und es mächtig „frisch“ bläst.

Der Weg wird nun immer steiler und unübersichtlicher, zumal sich aufgrund der Höhe mittlerweile der Schnee in deutlicher Überzahl im Gegensatz zum Waldboden und dem damit verbundenen Weg befindet. Die einzigen Wegweiser sind aktuell nur noch Fußspuren im Schnee. Leider gehen davon aber einige nach links, andere gerade und wiederum andere schräg rechts nach oben weg – ich wähle die mittlere Stapfspur, denn hier ist das Fußabdruckaufkommen am Größten.


Nach ca. 1 Std. Schneespur-Rätselraten klettere die letzten Meter über riesige Felsen auf den breiten Gipfel von Maggies Peaks und muss feststellen: Ende Gelände. Und dass nicht nur im sprichwörtlichen Sinne, vor mir geht es ca. 60-80m senkrecht nach unten, eine Gradquerung nach links oder rechts erscheint auch nicht recht sinnvoll. Obendrein ist dort wo der Trail nach Eagle Falls in der Theorie weiterverlaufen sollte, nichts als Schnee zu erkennen. Schnee ohne einer einzigen Fußspur. Ich beschließe – trotz ausgefülltem Permits – hier in der Wildnis nichts zu riskieren und den Abstieg über den Aufstieg anzutreten.

Die Aussicht ist traumhaft; aber leider nicht wegweisend…

Somit ist mein Wandertipp und die geplante Rundwanderung natürlich dahin. Zweite Schulstunde: Vorab mitdenken hilft! Denn wenn man vom Seeufer aus, schon den Schnee sehen kann, ist es nicht das Klügste eine Tour mit knapp 2 Std. Aufstieg anzuvisieren, da dann dort oben erfahrungsgemäss noch mehr Schnee liegen wird. Warum ich auch diese Tatsache ausgeblendet hatte, ist und bleibt mir ein Rätsel.

DENNOCH umsonst war diese Tour nicht, herrliche Aussichten, wunderbare Natur und ein abwechslungsreicher Weg entschädigen für vieles. Nachwanderern sei aber gesagt, macht die Tour besser im Hochsommer oder zumindest dann, wenn kein Schnee mehr in Sichtweite ist.

Letzendes war ich etwas über 3.5 Std. unterwegs; vergesst daher bitte nicht: Wasser und Müsliriegel oder ähnliches einzupacken. Auch die richtige Kleidungswahl ist entscheidend mein Norrøna Shirt und der Windbreaker im Rucksack waren die beste Wahl.

Dass Bergstiefel (immer) Pflicht sind, erwähne ich hier jetzt einfach mal nicht.

„Warum ich auf Berge steige? Weil sie da sind.“ – Danke George Mallory.
R

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