VINDORA – DAS INTERVIEW

Ich hatte es euch in meinem ersten Artikel zu diesem Thema versprochen und bin es bis dato schuldig geblieben, das Interview mit vindora Mastermind Chris. Aber in den letzten Tagen war einiges los, Weihnachten, Gardasee-Trip, Jahreswechsel usw. usf. – ihr kennt das und schwupps sind wieder einige Tage ins Land gezogen. Jetzt aber fix los, um bei Kaffee- und Outdoor-Junkie Chris anzuklopfen und ihm noch die ein oder andere Frage zu seinem indoor-outdoor Projekt zu stellen.

Im Morgengrauen wage ich mich also in die Tiefen München Giesings vor, um noch vor dem Arbeitsalltag einige Antworten für euch zu erhaschen. Bei der Adresse, Alpenstraße, muss ich kurz schmunzeln – wie passend – und drücke auf die Klingel…

 

Guten Morgen Chris, alles gut?
Klar, immer doch – aber komm erstmal rein. Kaffee? (lacht)

 

Danke gerne; aber jetzt erzähl doch mal, wie kam es zu vindora, bzw. was habe ich in meinem Artikel nicht erwähnt?
Ach eigentlich hast du es recht gut getroffen. Aber das sind halt auch nur die Fakten, in meinem Kopf spielte sich dieser entscheidende Moment damals am Eibsee aber viel epischer ab.
Mir wurde nach und nach klar; dass dieses mir gerade eben widerfahrene Gefühl von Ruhe, Frieden und Freiheit viel erstrebenswerter war, als Geld und materielle Dinge um sich zu horten. Jaja, „ Collect moments, not things” Gelaber, ich weiß. Aber dennoch hatte es mich gepackt, ich wollte einen Weg finden, diese Eindrücke von Mutter Natur jedem Menschen mitgeben zu können. Die ganze „innerer Frieden“-Sache wird immer so heruntergespielt und belächelt, aber alles was wir manchmal brauchen, ist dieses erstrebenswerte und wertvolle Gefühl von Ruhe und endloser Freiheit. Das wollte ich irgendwie konservieren.

 

Das hieß dann für dich: sofort alles liegen und stehen zu lassen, ab in die Natur und Filmen?
Prinzipiell ja, dennoch klingt das etwas einfacher, als es in Wirklichkeit war. Ich war bzw. bin ja eigentlich der Stadtmensch schlechthin – ich musste also zunächst mal Google befragen, um die schönsten Orte, Routen, Panoramen oder Bergseen zu finden. Da dämmerte es mir so langsam, selbst im schönen Bayern sind die Wege nicht so kurz, dass sich das alles mal so schnell nebenbei lösen lässt. Obendrein muss ich bei allem Tatendrang und Wanderlust meine Firma Milchglas-Media noch am Laufen halten.

 

Und schon sind wir bei einem tollen Buzz-Wort unserer Zeit: Zeitmanagment… Wie sah deine Lösung aus?
Ganz einfach, ich musste so viele Fliegen wie möglich mit einer Klappe bzw. mit dem geringst möglichen Aufwand erschlagen. Ich kaufte mir einen VW Bus, um fahren und schlafen möglichst effizient kombinieren zu können und begann ab ca. April 2015 meine Wochenenden in diversen Winkeln des Alpenraumes zu verbringen. Immer mit der folgenden Routine: früh raus, hiken, warten, filmen, warten, filmen, warten, hiken, schlafen.

 

Erklär mir deine Wochenende bitte mal genauer, denn bei dem Punkt „warten“, kann ich nicht folgen.
(lacht) Pass auf, ich versuche es dir anhand eines Beispiels zu erzählen. Ich befand mich in der Region um Zermatt, genauer gesagt, lautete mein Film-Ziel: der Oeschinensee mit Blick auf das Matterhorn. Aufgrund dieses nicht gerade unbeliebten Zieles blieb mir nichts anderes übrig, als die erste Bergbahn und deren Touristenströme zu meiden und  bereits 4 Stunden früher mit Sack und Pack auf den Berg zu steigen. Angetrieben durch den Wunsch, das Motiv alleine für mich und vindora zu haben. Am See angekommen, musste ich feststellen, weder der Gedanke „allein“ noch mein early bird hike hatten geholfen. Gefühlt weitere 2­3 Naturfilmer und Fotografen hatten sich schon an den begehrtesten Stellen eingefunden und ihre Stative samt Kameras positioniert. Deshalb hiess es zunächst einmal warten. Warten bis endlich mal keiner im Bild war, warten bis einer der „Top Spots“ geräumt wurde, warten bis ich eine Ausweichstelle gefunden hatte etc. pp. Und dann, kaum dass du den roten Aufnahmeknopf gedrückt hast, rennt dir auch schon wieder jemand ins Bild. Also alles wieder von vorne – schließlich will ich ja die Schönheit der Natur in die Wohnzimmer dieser Welt bringen und keine Gruppenfotos…

 

Gut, dass du immer an Plätzen für den eigenen „inneren Frieden“ warst, oder ist dir auch mal der Geduldsfaden gerissen bzw. hast du mal aufgeben müssen?
Leider ist das mit dem aufgeben des öfteren passiert. Trotz traumhafter Bergtouren und Kulissen konnte es passieren, dass der Tag aus Material-für-vindora-Sicht dennoch für die Katz war. Ich weiß noch, als ich am Stellisee stand und auf die Idee kam, mit Hilfe von 2 Felsen im Wasser die anderen Besucher zu verdecken und somit das Bild eigentlich menschenleer aussehen zu lassen. Leider stellte sich heraus, dass das DER Selfie­Hot­Spot schlechthin war und alle 3 Minuten Leute auf einen dieser beiden Felsen im Wasser kletterten. Somit war das Motiv leider gestorben. Zumindest für diesen Tag – ich musste also am nächsten Tag noch viel früher raus um vor den Selfies vor Ort zu sein.

 

Hmm, klingt aber tatsächlich so, als hättest du mit der Filmerei allein schon immer eine Menge Arbeit.
Die Erkenntnis über all die Monate ist tatsächlich, für 2 gelungene Aufnahmen mit einer Länge von jeweils 10 Minuten, brauchst du einen realen Arbeitsaufwand von ca. 7­-9 Stunden. Hehe, wobei ich hier natürlich auch die Auf- und Abstiegszeiten der jeweiligen Tour als Aufwand gerechnet habe.

 

…und dann wartet ja erst noch die ganze Post-Production auf dich, sowie der nicht unerhebliche Programmierprozeß. Oder?
Ach, „Post-Production“ würde ich das Ganze nicht wirklich nennen, denn außer einer leichten Vignette mit Weichzeichner und minimaler Nachbearbeitung der Farben, ist bis heute keines der Videos retuschiert, verfälscht oder sonst irgendwie groß bearbeitet worden. Obendrein finde ich klingt das Wort„Post-Production“ für mich immer so, als würde man alles durch eine Art Hollywood-Filter oder ähnliches jagen. Tun wir ja aber gar nicht, deshalb soll die Natur von vindora auch natürlich wirken.
Und das Thema „Programmierung“ lassen wir einfach mal aus, ich will niemanden langweilen – die Hauptsache ist doch: es läuft!

 

Ich sehe schon, hinter vindora steckt wirklich eine Menge Arbeit. Aber das ist wohl wie immer, der Außenstehende sieht nur das Endprodukt und blickt selten hinter die Kulisse.

Danke, dass du uns hierzu die Möglichkeit gegeben hast. Müssen wir noch etwas wissen, oder gar ein paar obligatorische letzte Worte?
Ach ich will hier jetzt nicht zu pathetisch werden, ich kann nur allen Lesern folgende Dinge mitgeben, zum einen: Sucht nach vindora; auf eurem Apple TV, auf facebook, auf instagram, im Netz etc. – ihr werdet uns finden. Und behaltet immer die Worte von Meister Eder im Kopf, der schon damals auf den alten Pumuckl-Schallplatten sang: „Auf den Bergen wohnt die Freiheit, in den Tälern wohnt der Neid”. Das trifft den Nagel einfach auf den Kopf und ich möchte eben diese Freiheit durch vindora vermitteln und das Geschenk von Mutter Natur an uns aufzeigen.

 

Danke für das Interview Chris und danke vor allem, dass die heimische Flimmerkiste mit eurem „Wellness-Bildschirmschoner“ auf einmal einen Sinn bekommt.
Ich habe zu danken und hey, eins noch… Vielleicht ist einer deiner Leser ja talentiert und interessiert zu gleich, denn wir würden händeringend nach fähigen Leuten suchen, die unsere App auch auf Chromecast und Fire TV bringen – dazu reichen unsere Skills nämlich nicht. Einfach easy ne Mail an mich schicken!

 

Now back 2 work
R

 

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