BOULDERN

Obwohl das Artikelbild schon zeigt, um was es hier gehen soll, zunächst einmal die Erklärung:

Bouldern ist das Klettern ohne Kletterseil und Klettergurt an Felsblöcken, Felswänden oder an künstlichen Kletterwänden in Absprunghöhe. 

Die obige Definition von wikipedia für diese Unterart des Kletterns trifft es eigentlich ziemlich gut, und macht direkt Lust auf mehr. Die Sportart „bouldern“ macht dem geneigten Interessenten den Einstieg dann auch nur allzu leicht.

Zunächst einmal warten wenig Materialkosten auf einen, da man gerade einmal Kletterschuhe und etwas Chalk (Magnesium-Pulver) für die Finger braucht. Des Weiteren hat man im Vergleich zur Seilkletterei meist äußerst kurze Routen, die gerade mal aus 5-7 Zügen bestehen, diese haben es aber meist faustdick hinter den Griffen. Benötigt wird hier – neben den Grundvorraussetzungen wie Spaß an der Bewegung, Lust und Laune –  ein gelungener Mix aus Technik, Kraft und Grips… wieso Grips? Eine in der Grifffarbe einheitliche Boulder-Route hat einen markierten Start- sowie einen markierten Endpunkt; wie man nun vom Start bis zum Endpunkt kommt, obliegt in den Händen des Kletterers. Diese Lösung zu finden, ist der Schlüssel bzw. die große Herausforderung. Wie soll dies oder gar das funktionieren, muss dort die linke Hand oder mglw. gar der rechte Fuß hin? Wie bekomme ich denn meine Füße bei dieser Route sortiert und wie zur Hölle soll ich ohne farblich erlaubten Griff die nächsten 1,5 Meter überwinden uvm…?

DAS ist auch der Grund warum man hier gerne von Boulder-Problemen spricht. Den Rest des äußerst ausgeprägten Kletter-/Boulder-Tech-Talks möchte ich euch hier ersparen.

Ich gebe euch lieber einen kleinen kurzen persönlichen Abriss, über bereits von mir besuchte Indoor-Boulder-Problem-Angebote.  

 

BOULDERWELT MÜNCHEN OST

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Samstag morgen, 8:37 Uhr

 

Wer in der Gegend um München in Ruhe und möglichst ungestört bouldern gehen möchte, muss entweder sehr früh aufstehen oder aber erst wirklich spät (und ich meine spät) starten. Aber das ist nicht nur ein Problem der Boulderwelt München Ost – wobei hier der Andrang der kletternden Massen am Größten ist.

Die Halle selbst ist groß und bietet für alles und jeden etwas. In regelmässigen Abständen wechselnde Boulder, diverse Traversen-Gänge, einen Kinderboulder-Raum, einige Trainingsmöglichkeiten, uvm.

Das Gute an der beinahe permanenten Überfüllung aber ist, dass man sich einige Routen, Startpositionen und Schlüsselstellen bei besseren Leuten abschauen kann. (Für mich oft mehr als hilfreich)

Aufgrund der Menschenanzahl ist die Parksituation nahezu aussichtslos, auch bei den Umkleiden gilt es im Vorfeld mitzudenken und sich ein eigenes Vorhängeschloss mitzubringen.

Der Eintritt beträgt hier 9,90€ für den ganzen Tag.

Fazit: Halle und Routen top, Überfüllung und Komfort Flop!

 

 

BOULDERWELT MÜNCHEN WEST

 

Der direkte Gegenpart zur Halle am Ostbahnhof ist der Ableger im Westen von München, genauer gesagt im absoluten Niemandsland in der Nähe des Möbelhaus Höffner in Freiham.

Hier parkt man gemütlich vor einem herrlichen Backsteingebäude und nach dem Betreten der „Halle“ bewundert man direkt deren Zweistöckigkeit. Im ersten Stock befinden sich die Umkleiden, ein Yoga-Raum, ein auf „Functional Training“ basierender Trainingsraum, ein Kids-Areal, sowie eine unfassbar große und großzügige boulderspezifische Trainingsfläche.

Das komplette Erdgeschoß ist dann den Boulder-Problemen gewidmet – natürlich mit Ausnahme des Eingangsbereichs und des Tresens. Aufgrund der Abgeschiedenheit, ist hier etwas weniger los – aber auch wirklich nur etwas. Bouldern boomt eben zur Zeit!

Die Boulderwelt München West bietet obendrein noch einen kleinen aber feinen Outdoor-Bereich, der herrlich in der Sonne liegt und sich am 25.12.2015 problemlos im T-Shirt klettern ließ. (siehe Artikel-Bild)

Eintritt auch hier 9,90€ – den ich bei dem äußerst unfreundlichen Kassenpersonal nur widerwillig abdrücke – vielleicht hatten die beiden aber einfach nur einen schlechten Tag.

Übrigens gilt auch hier, eigenes Schloss mitbringen!

Fazit: Hallengröße und Trainingsmöglichkeiten sind äußerst stark, die Lage für mich (kommend aus dem Münchner Süden) eher unerreichbar.

 

 

HEAVENS GATE

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Klein aber fein.

Halle Nummer 2 in der Nähe des Ostbahnhofs befindet sich in den alten Kartoffelsilos der Pfanni-Werke (heute Kunstpark Ost) und hört auf den illustren Namen Heavens Gate.

Dank der riesigen und vor allem 45m hohen Siloschächte ist das Heavens Gate eher für seine langen Seilkletteroptionen bekannt, dennoch wartet hier auch ein kleiner aber überlegt konzipierter Boulderbereich auf einen.

Die „Probleme“ bieten unterschiedlichste Schwierigkeitsgrade auf und werden regelmässig umgeschraubt – obendrein hatte ich hier das Empfinden, dass man die gegebenen Bedingungen wie Wände, Säulen und Volumen (Zusatz-Wandelemente) im Vergleich zu den anderen Münchner Hallen am Besten bzw. am Kreativsten nutzt.

Auch der Eintrittspreis mit regulären 7,50€ ist äußerst nutzerfreundlich; was im Übrigen auch für die kleine Bar und deren Angebote gilt.

Fazit: Klein aber immer einen Ausflug wert – parken? Vergesst es!

 

 

DAV KLETTER- UND BOULDERZENTRUM MÜNCHEN-NORD 

Auch nicht wirklich ums Eck für mich, aber zugegebenermassen mein Lieblingsboulderziel zur Zeit, die DAV Halle in der Nähe der Allianz Arena.

Sofern man sich von einem Wochenende oder gar einem FC Bayern Heimspiel fernhält, hat man hier sogar eine gute Chance einen Parkplatz zu ergattern. In der Halle selbst splitten sich dann die Gruppen auf, einmal die Seilkletterer und zum anderen eben die Boulder-Enthusiasten. Für beide ist wahrlich genügend Raum geboten.

Der Boulderbereich ist riesig und vor allem von den Platzverhältnissen her optimal genützt; diverse Trainingsmöglichkeiten sind ebenso in die Halle integriert.

Die Routen strahlen in allen Farben/Schwierigkeiten sowie in Hülle und Fülle von der Wand – hier ist eine persönliche Verbesserung pro Hallenbesuch nahezu garantiert. Ungefähr monatlich werden dann diverse Routen erneuert, umgeschraubt oder getuned.

Wer Mitglied im DAV ist bezahlt für diesen Spaß gerade mal 8,50€, wer eine DAV Jahresmarke im Geldbeutel hat, zahlt sogar noch weniger.

Hier lassen sich guten Gewissens auch noch diverse Snacks und Kuchen an euer Herz bzw. auf eueren Teller legen – somit verlängert man seinen Hallenbesuch unwillkürlich.

Fazit: trotz ewiger Fahrerei für mich, mein absoluter Nr. 1 Favorit in München

 

KLETTERZ

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Der Neuling muss noch wachsen…

Wer ein Auto hat, nicht weit entfernt von Weyarn wohnt und eine Stunde Abwechslung sucht, dem sei die brandneue KletterZ Halle empfohlen.

Hier liegt zwar ähnlich wie im Heavens Gate der Fokus auf dem Seilklettern, dennoch wartet hier auch ein an sich kleiner und (bald) feiner Boulderbereich auf seine Besucher.

Das Tollste vorab, hier ist man zu meist relativ bis sogar ganz allein – kann in Ruhe tüfteln und neue Dinge ausprobieren. Doch hier ist auch gleich das Problem, aufgrund der noch jungen Vergangenheit der Halle, gibt es bis dato nur wenige Boulder. Obendrein sind viele der Boulder äußerst knackig, vor allem für den Kopf. Ich habe fast nirgends so eine hohe Dichte an verrückten und aussergewöhnlichen Start- bzw. Bewegungsmuster gesehen, wie in dieser Halle. Und alleine muss man dann erstmal auf die Lösung dieser Problematiken kommen. Ich wäre ohne die Hilfe eines Locals fast verzweifelt; zumindest weiß ich jetzt die Theorie von einigen „Problemen“. Dennoch: Abwechslung Fehlanzeige.

Für 8,50€ löst man eine Boulder-Tageskarte – aber um ehrlich zu sein, nach ca. einer / max. 2 Stunden hat man auch alles erlebt und ist entweder mit allen „Problemen“ durch oder eben so kaputt, dass nichts mehr geht.

Hier kann, muss und wird bestimmt noch nachgebessert werden, die Richtung stimmt aber schon mal – nur fehlen bis dato eben weitere Routen, Varianten, Optionen etc. pp.

Immerhin gibt es einen kleinen Trainingsbereich, großzügige Kinder-Kraxeloptionen sowie zahllose Parkplätze und leckeres alkoholfreies Hopf-Weißbier.

 

+++UPDATES FOLGEN+++UPDATES FOLGEN+++UPDATES FOLGEN+++

2 Gedanken zu “BOULDERN

  1. Schöner Artikel.
    Fehlen noch die DAV-Hallen München Süd (Thalkirchen) und West (Gilching).
    Während ich in Gilching noch nicht war, kann ich zur Thalkirchener Halle sagen: riesiger Kletterbereich, Bouldern leider etwas klein. Der untere Boulderbereich wird aber monatlich umgeschraubt und hat im meiner Erfahrung immer sehr vielseitige und kreative Problemstellungen.
    Der obere Boulderbereich ist meistens etwas leerer, allerdings auch nicht so einsteigerfreundlich weil sehr voll und verwirrend geschraubt
    Zu Feierabendzeiten unter der Woche sehr voll, Sonntagnachmittag Kindergeburtstag. Ansonsten ertragbar bis komplett leer.
    Preise identisch wie in Freimann.

    Gefällt 1 Person

    1. Hey @Met, danke dir – ich gebe dir absolut recht mit deinen Ausführungen. In Talkirchen habe ich bis dato nur vergessen Bilder zu machen; sprich ich reiche diese Halle sobald ich privates Bildmaterial habe nach. Gilching fehlt in meiner Liste auch noch komplett; kommt aber noch 🙂 Cheers

      Gefällt mir

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