SCHÖNE SCH****E

Oftmals geht es schneller, unerwarteter, überraschender und hässlicher als man denkt und es je für möglich gehalten hätte.

Dass meine linke Schulter öfter mal schmerzt ist und war nichts Neues für mich, wurde mir doch schon vor 2 Jahren attestiert, dass meine Supraspinatus-Sehne im Schultergelenk zu wenig Platz hätte. D.h. bei besonders intensiven oder langen Sporteinsätzen begann die Sehne an den umliegenden Knochen zu reiben und sich quasi aus Schutzmechanismus-Gründen zu entzünden. Daraus folgten leidig nervige aber durchwegs ertragbare Schulterschmerzen; diverse Gänge zu manch Orthopäden brachten außer einem oft gehörten „mei, Pech gehabt“ keinerlei große Erkenntnis.

Soweit so gut; schmerzte die Schulter nach 3 Tagen biken oder ähnlichem, legte ich eben ein-zwei Ruhetage ein und die Schulter war wieder „wohl auf“, na gut, nennen wir es wieder einsatzbar.

Am Tag nach meinem wohl gemerkt sturzfreien Gardasee-Trip wachte ich in der Früh auf und konnte meinen linken Arm zunächst für mehrere Stunden nicht mehr richtig bewegen, lediglich Bewegungen aus dem Handgelenk funktionierten. Obendrein war die Schmerzen auf einer Skala von 1-10 eine glatte 12. Da wurde mir es doch etwas mulmig zu Mute – hier musste etwas passieren, bzw. gar etwas passiert sein.

Obwohl sich der Arm bzw. die Schulter bis zum darauffolgenden Morgen wieder einigermaßen beruhigt hatte, annähernd einsatzfähig und der Schmerz zu ertragen war, begann ich mit meiner ab da an 11-tätigen Ärzte- und Röntgen-Odyssee.

Arzt Nr. 1 schickte mich zu Arzt Nr. 2, von Ultraschall bis zum Röntgen, von normalen MRT Bildern, bis hin zu Bildern mit Kontrastmitteln und direkter Einspritzung ins Gelenk, habe ich alles mitgenommen, was es auf dem Fachgebiet der Radiologie zu bieten gibt. Alles um letztendlich bei Arzt Nr. 3 zu enden, der sich durch Berge von schwarz/weiß-Bildern meiner Schulter wühlte, alles mit dem Ergebnis, dass sein Blick immer besorgter, seine Stirn immer faltiger und der Text, den er als Befund zeitgleich tippte immer länger wurde. Nicht dass die letzten Tage nicht nervenaufreibend genug gewesen wären, aber bei einem Blick in sein verdunkeltes Gesicht wurde mir ehrlich gesagt Angst und Bange.

Letztendlich begann er aufzuzählen, was mir bzw. meiner Schulter alles fehlen würde und ich kann nur sagen: wenn ich etwas mache, dann richtig. Denn nahezu alles, was so ein Schultergelenk hergibt ist in meinem Fall aktuell kaputt, entzündet oder mit Verschleißerscheinungen der letzte Jahre versehen.

Die Aufzählung der ungefähr 10-12teiligen Dies- und-das-ist-kaputt-Liste endete mit den Worten: „Das ist leider alles kein Spaß bei Ihnen!“ (Details erspare ich euch)

Eine wirklich große Schulter-OP scheint unumgänglich zu sein, dennoch waren der Doc und ich zunächst dafür, alles zu versuchen, was in unserer beider Macht steht, um den Einsatz eines Skalpells zu vermeiden; denn bei einer Schulter-OP hat das immer einen gewissen Touch von „russisch Roulette“. Sprich eine Verbesserung ist alles andere als garantiert.

D.h. nun warten folgende „konservativen“ Dinge auf mich:

  • 8 Wochen Sportverbot
  • mehr als nur eine Handvoll Pillen
  • 2x die Woche Krankengymnastik
  • (evtl.) Reha-Maßnahmen
  • wöchntl. Arztbesuche
  • und jede Menge Daumendrücken sowie benötigtes Glück

Des Weiteren muss ich zähneknirschend das Klettern mit sofortiger Wirkung für (wahrscheinlich) immer einstellen. Selbiges droht leider auch der großen Liebe dem Mountainbiken, den gern gegangenen Wegen ins Fitness-Studio und eben jeder Tätigkeit für die man seine Schulter braucht. Wobei ich meinem Arzt (der Verzweiflung deutlich zu nahe) versuchte habe, klarzumachen, dass das unmöglich sein kann, denn was bitte sollte ich dann tun?

Somit steht fest, all DAS darf nicht passieren; deshalb ALL-IN im Zeichen der Mission #NOPERATION für die nächsten 2 Monate – auch wenn mir das vermeintliche „brav“ sein und bleiben mehr als schwer fallen wird.

(Noch) Nicht aufgeben statt GAME OVER

R.

2 Gedanken zu “SCHÖNE SCH****E

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