TRAIN WRECK TRAIL

Downday in Whistler, Kanada – dass bedeutet, es regnet wie aus Kübeln, der Nebel und die Wolken beginnen bereits an den Dächern und Wipfeln der Bäume im Tale. Von Bergen oder gar dem Verlauf der Gondeltrasse ist nichts zu sehen, an Radfahren also nicht zu denken. Dass heißt, ein Alternativprogramm muss her, was uns übrigens ganz recht ist, denn bis dato wurden wir mit exzellentem Wetter und noch viel besseren Bedingungen im Whistler Bikepark verwöhnt; davon aber wann anders mehr…

Zurück zum Ausgangspunkt: Regen und kalt. Also rein ins ins geschichtete Zwiebelprinzip, auf Merinowäsche von Pally’Hi folgen, Wanderhose und passendes Schuhwerk sowie die mehr als geniale falketind Jacke von Norrona – schliesslich soll der #draussen-Aufenthalt so angenehm und vor allem trocken und warm wie möglich gestaltet werden.

Mit dem Auto fahren wir den Highway 99 einige Kilometer in Richtung Squamish / Vancouver, aber bereits an der 3ten oder 4ten Ampel – Function Junction – lassen wir das Auto stehen und machen uns zu Fuß weiter auf den Weg. Wir folgen dem Sea-to-sky-Trail, queren eine Brücke (die mit der Fahrbahn, nicht die kleine Fußgängerbrücke!!) und biegen dann nach einigen Metern rechts in den Trash-Trail ein. Selbigem folgt man, bis die Beschilderung eindeutiger wird – apropos Beschilderung: damit haben es die Kanadier mal so gar nicht; Bike-Trails sind bestens beschildert, wer zu Fuß unterwegs ist, wird oftmals vor geografische Rätsel der Marke Sherlock Holmes gestellt.

Die Schilder „Suspension Bridge / Train Wreck“ machen ein Verlaufen ab dann nahezu unmöglich, auf einem gut ausgebauten Weglein muss man nur noch einmal nach rechts abbiegen, aber auch hier gibt es einen beschilderten Hinweis – sowie ein hellblaues Paar Skier, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Dann befindet man sich auch schon an der im letzten Jahr entstandenen Hängebrücke – meine Erste von hffntl. vielen folgenden in diesem Jahr. Besser und mystischer liesse sich diese nicht inszenieren, Regen, leichte Nebelschwaden und dieses unvergleichliche Kanada-Gefühl von (alone)„into the wild“-zu-sein, geben ihr Bestes für einen herrlichen Streifen im Kopfkino.

Auf der anderen Seite der Brücke warten dann die, hier und so niemals vermuteten, Train Wrecks. Übergebliebene Eisenbahn-Wagone eines Zugunglückes aus dem Jahre 1958 zieren den verlassenen Märchenwald. Als wäre das nicht schon beeindruckend genug, hat sich die örtlich ansässige Graffiti-Szene diesen Ort als ihre Hall-of-Fame ausgesucht und alle 7 Wagons von innen wie aussen – mal gut, mal weniger gut – verziert. Ein surrealeres Bild ward von mir bis dato nicht gesehen.


Ab jetzt einer meiner neuen Lieblingsplätze in diesem Land, auch wenn hier die sonstige Einöde und Wildnis einen ganzen neuen Touch bzw. sprichwörtlichen urbanen Anstrich bekommt. Oder wie eine Freundin sagen würde, ein ganz besonderes „Kraftplatzerl“.

Gehört auf jede to-do-Liste für Kanadareisende; aber nicht vergessen: be bear smart und der Müll kommt wieder mit nach Hause.

Märchenwald redefined.
R.

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