OTHELLO TUNNELS

Wer von der kanadischen Westküste landeinwärts auf dem Trans Canada Highway unterwegs ist oder aus nordöstlicher Richtung kommend auf Vancouver zu fährt, wird immer auf das kleine verschlafene Örtchen Hope treffen.

An sich eine typisch kanadische Kleinstadt. Klassisch, ohne viele Wow’s aber dennoch groß genug, um sich zumindest die Beine vertreten, einen Tankstop einzulegen oder einen Happen essen zu können. Bei Hope allerdings verhält sich dass ein wenig anders, denn irgendwann entdeckte aufgrund eines puren Zufalls, die amerikanische Filmindustrie das kleine Örtchen und dessen malerische Umgebung. Allerlei Dreharbeiten zu diversen Blockbustern waren die Folge.

Auch die Mutter aller Actionfilme – Rambo – First Blood – hatte hier seine Geburtsstätte bzw. einige sehr entscheidende Szenen. Aus diesem Grund pilgern Jahr für Jahr John Rambo Fans aus der ganze Welt nach Hope, um einige der Originalschauplätze des Films mit eigenen Augen und allem voran live erleben zu dürfen. Da schließe ich mich natürlich direkt an!

Leider musste die legendäre Rambo-Bridge (eine hölzerne Eisenbahnbrücke) bereits im Jahr 2011 aus Altersgründen weichen, auch das extra für den Film konstruierte Stadtschild „Gateway to Holidayland“ hängt leider nicht mehr an seinem üblichen Platz, sondern ziert mttlw. ziemlich unrühmlich den örtlichen Campingplatz.

Die Eisenbahntunnels durch die John gejagt wird, um sich von dort aus mit einem beherzten Sprung von einer Klippe in einen (nicht existenten) Tannenbaum zu retten, gibt es allerdings noch. Na dann, los los los.

Am einfachsten erreicht man den Parkplatz für die kleine Tunnelwanderung über den Coquihalla Highway (Nr. 5); nimmt dort den Exit 183 und folgt dann den Schildern zum Coquihalla Provincial Park. Wer ganz eifrig am ersten Schild mit der Aufschrift Othello Tunnels hält, ist falsch, denn dann steht er auf dem Campingplatz.

Vom Parkplatz aus sind es dann keine 15 min. bis zum ersten der 4 dicht aufeinander folgenden alten Eisenbahntunnels. Dass der Erbauer dieser Tunnels Shakespeare Fan war, muss ich nicht extra erwähnen oder? Im Verlauf der ehemaligen Eisenbahnstrecke folgten früher auf die Othello Tunnels, Romeo & Julia Brücken, Lear- Jessica- und Portia-Stationen; allesamt aber – bis eben auf die Tunnels – nicht mehr erhalten.

Durch die stockfinsteren Tunnels schlendern, die Aussicht sobald man aus dem jeweiligen Tunnel herauskommt geniessen, über die kleinen Brücken laufen, ins Wasser hinab starren und riesigen Lachsen beim Wasserfall-springen zusehen und den (zum Glück unmarkierten) Rambo-Gedächtnis-Felsblock nach Tunnel Nr. 2 anhimmeln: einfach herrlich.

 
Wem der bis dato Netto-Gehzeit-Aufwand von ca. 25 min. zu fad ist, der sollte nach dem 4ten Tunnel einfach unbeirrter Dinge weiter den Weg entlang laufen, dieser führt in die „Tiefen“ des sogenannten kanadischen Regenwaldes und setzt sich einige Kilometer fort. (kann auch als Rundweg zurück zum Parkplatz genützt werden; dann dauert der ganze Spaß aber ein wenig)

Mehr grün, als in diesen Untiefen geht einfach nicht – Bäume, Boden, Felsen, Sträucher einfach alles ist von Moos und Flechten in den urigsten Grüntönen überzogen. Das Licht und Schattenspiel tut dazu sein Übrigens.

They drew first blood, not me. – John Rambo, Hope, 1982

R

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