SEA TO SKY

Das Wetter hier in British Columbia (Kanada) ist gerade mehr als traumhaft, da muss man zugeben, dass die angestrebte Vielzahl von Ausflügen merklich zu kurz kommt und wir dagegen jeden Tag lächelnd auf dem Rad sitzen.

Was haben wir uns gefreut, als sich heute – nach 4 Tagen Sonnenschein am Stück – der erste durchwachsene Tag durch die Jalousien unseres Appartements ankündigte. Dies bedeutet zum einen, eine kurze Erholungspause für den Körper, sowie einige neue Erlebnisse. Da unsere vom Radfahren durchwegs geschlauchten Körper wirklich auffallend laut nach Ruhe bettelten, gaben wir nach, verwarfen alle Hiking Pläne und machten uns auf zu einem angeblichen touristischen Highlight der Region.

Nach 40 min. Fahrt parken wir unseren Jeep Grand Cherokee auf dem Parkplatz der sea-to-sky-Gondola, welche direkt vom gleichnamigen Highway auf der Höhe von Squamish abgeht. (Kurze Erklärung: Der sea-to-sky-Highway ist der Highway von Vancouver nach Whistler; vom Wasser kommend – sea – in die Bergwelten – sky – fahrend.)

Als ich das Schild „NEW: Via Ferrata. OPEN NOW“ erblicke, hüpft mein Herz und im Kopf formt sich schon der Gedanke „Tschau Ruhe, hallo Klettersteig“, mit diesen Gedanken ist aber an der Kasse schnell Schluß, denn anders als bei uns in den Alpen, gilt ein Klettersteig hier als bezahlbares Vergnügen. 129$ Begehungsgebühr? Haha, ja nee, ist klar.

Wir entscheiden uns für das touristische Maximalpaket – mit der Bergbahn hoch und wieder runter; selbiges gibt es für ungefähr 40$ pro Mann und Nase. Also rein in die Gondel, Daumendrücken, dass sich der Nebel verzieht und der nächtliche Regen nicht zurückkehrt – danach heißt es 20 Minuten Auffahrt und Aussicht geniessen.

Oben angekommen, ist die Müdigkeit schnell vergessen und wir beglückwünschen uns innerlich zu der Entscheidung möglichst früh an/auf Gondel und Berg zu sein, denn die ersten (asiatischen) professionellen Touristenhorden belagern schon den Geschenkeshop, sowie die Waschräume – schnell los.

Von der Summit Lodge ausgehend, hat man dann wirklich zahllose Möglichkeiten seinen Aufenthalt – egal ob nur für wenige Stunden oder den ganzen Tag – äußerst abwechslungsreich zu verbringen. Vom Hochseil- sowie einem normalen Klettergarten, über Wanderungen, der obligatorischen Hängebrücke, diversen Lehrpfaden, Spielplätzen in rauen Mengen und zahllosen Aussichtspunkten, es ist alles da, was das „easy-access“ Herz höher hüpfen lässt.

Wir entscheiden uns für zwei „lange“ Rundwanderwege, einer von der Bergstation aus gesehen links weg und einer rechts weg führend, so hoffen wir die meisten Eindrücke zu bekommen. Begonnen wird mit dem Panorama Trail in Richtung der Aussichtsplattform The Chief; über den Weg, die Länge, die Beschaffenheit, die Übermarkierung und die Anstrengungen während dieses Spaziergangs, möchte ich kein Wort verlieren, da zuhause in München der Weg zum Bäcker beschwerlicher ist.

Die Aussichtsplattform und das Wetter ergeben aber ein perfektes Paar und liefern grandiose Tiefenblicke, dafür hat es sich dann doch gelohnt, den mehr als langweiligen Weg zu beschreiten. Auf dem Rückweg in Richtung Bergstation erblicken wir eine Abzweigung zu einem weiteren Aussichtspunkt, Trailmarkierung schwarz (most difficult), keine Frage, da gehts lang. Tatsache, es werfen sich uns wirklich zwei Wurzeln in den Weg und am Schluß müssen wir eine Steinstufe nach oben steigen, dass war schon etwas schwieriger als der vorherige Kiesweg – aber nun gut, wie sagt der Kanadier gerne „better safe then sorry“. Der Aussichtspunkt selbst, liefert zwar keine anderen Bilder als es The Chief nicht auch schon getan hätte, dennoch ein sehr schönes Plätzchen.

Zurück an der Bergstation, wollen wir es jetzt aber wissen – es geht auf den moderate Trail namens Wonderland Lake Loop. Und wirklich, hier ist der Weg ein kleiner Trampelpfad durchs kanadische Unterholz, bergauf bergab windet er sich entlang des Hanges und saugt einen direkt hinein in das Natur- und Abenteuerszenario. Haben wir am Panorama Trail noch einige „Wanderer“ und Touristen getroffen, ist man hier gänzlich allein. Traumhaft. Der Wonderland Lake selbst, ist dann mehr ein Tümpel und wird dem Wort Lake um ehrlich zu sein nicht gerecht. Auf dem letzten Drittel des Rundweges hätte man theoretisch noch die Chance einen Blick auf die beiden wirklich riesigen Bergspitzen des Sky Pilot Mountains und des Co-Pilot Mountains zu erhaschen, die Wolkenwand lässt dies aber heute nicht, bzw. nur sehr spärlich zu.

Als wir wieder an der Summit Lodge – der Bergstation – ankommen, ist es exakt so, wie wir es bereits bei unserer Ankunft vor 2 Stunden erwartet bzw. vorhergesagt haben, Menschenmassen belagern Stühle, Tische, Restaurants, Waschräume, Hängebrücke und vieles mehr. Zeit für uns zu gehen, bzw. hinabzufahren.

Ein schöner Ausflug der sich plangerecht an das Motto „herrlicher Ruhe(vormit-)tag“ gehalten hat, kann man so schon mal machen – auch wenn es doch etwas arg touristisch war. Wäre das Wetter bzw. die Sicht noch ein wenig besser gewesen und wir in die nicht allzu entfernten Gletscherwelten blicken hätten können, wäre es wirklich perfekt gewesen.

Enough for today – #comewhizzus
R

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