ESSEN IN WHISTLER

Verhungern muss in Whistler (Kanada) niemand, viel mehr stellt sich die Frage bei der Vielzahl an Restaurants und Optionen, was lohnt sich, bzw. was kann ich mir leisten? Und dieser monetäre Punkt ist der wirklich Entscheidende, denn in der Masse wird man in den Restaurants hier in der Gegend gerade beim Abendessen ordentlich zur Kasse gebeten. Und ich spreche hier nicht von wirklich guten Restaurants, Sterneküchen oder den Tempeln der kanadischen Kulinarik-Chefs; sondern eben von „einfachen“ bzw. normalen Restaurants. Aber dass ist wohl der Preis, den man für Tourismushochburg, Olympiastädtchen und der Nähe zu Vancouver bezahlen muss.

Sei es drum, ich hatte ausgiebig Zeit zu testen – denn selbst kochen und die damit verbundenen Einkäufe im Supermarkt sind äquivalent zu den Restaurantpreisen und in einem (!!!) Fall sogar teurer – daher anbei ein kleine Aufzählung diverser Verpflegungsmöglichkeiten, samt persönlichem Fazit meinerseits.

LA CANTINA

Hinter dem Namen verbirgt sich eine direkt am Eingang der Fußgängerzone – dem Whistler Marketplace – liegende „Urban Taco Bar“ oder wie wir sagen würden, ein Mexikaner. Hier gibt es nebst leckerem grandiosen Bierangebot der Whistler Brewing Company diverse mexikanische Speisen, vom Salat, den obligatorischen Nachos, über Tacos bis hin zum unfassbar guten Burrito alles. Ein Taco schlägt dabei mit 4$ zu buche und ist ungefahr so groß wie eine Handinnenfläche – natürlich ohne die Finger. Noch Fragen zum Preisgefüge? Da lohnen sich die durchschnittlichen 12$ für einen Riesenburrito mit Avocado-Add-on (+1.50$) allemal. Selbiger ist dann auch wirklich ein Traum.

Fazit:
Bier + Burrito = ca. 20$ – für Whistler gar nicht mal so teuer und extrem lecker. Kann man also definitiv empfehlen, wenn auch nicht für jeden Tag. Kleiner Tipp: wirklich nur die Essenszeit dort einplanen, denn eigentlich ist der Laden zwar ganz nett, aber dank der Klimaanlage eiskalt.

 

AVALANCHE PIZZA


Kein Restaurant, sondern auf jeden Fall Take-Away, denn wer dort auf den sieben Plastikstühlen für seine Pizza verweilen möchte…naja, ich weiß ja nicht. Avalanche Pizza selbst ist recht einfach zu finden, ungefähr in der Mitte der Fußgängerzone zwischen Marketplace und der Garbanzo Gondel ist der Laden auf der rechten Seite kaum zu übersehen. Die Pizzen selbst kann man online, telefonisch, mobile oder in der alten (realen) Welt einfach am Counter bestellen, 10-15 Minuten später bekommt man seine Pizza bereits transportfähig im Karton ausgehändigt. Größenmäßig kann man hier zwischen S (pfff, lächerlich) bis hin zu XL (OMG!!!) wählen, die Entscheidung fällt auf die Größe L, was den Typen am Tresen schon erstaunt die Augenbrauen hochziehen lässt. Preislich sind die Pizzen leider ein ähnlicher Hammer wie im Geschmack, denn 25$ für kreisrunden Teig – der zwar faustdick belegt ist – zu bezahlen, sind wir dank der heimatlichen Italiennähe einfach so nicht gewöhnt.

Fazit:
20$ aufwärts für eine Pizza zum Mitnehmen: kann man mal machen – aber ein Schnäppchen ist es wahrlich nicht. Danach ist man zwar extrem satt (hat ggf. sogar noch ein-zwei Stücke über -bzw. nimmt einfach Größe M) gleichfalls ist man aber auch extrem glücklich, denn die Pizza ist wirklich superlecker.
Kleiner spaßiger Tipp am Rande, man kann sich jede Pizzahälfte individuell belegen lassen; daher empfiehlt sich folgender Spaß: 1/2 Veggie 1/2 Meat Lover . Der Blick des Pizzabäckers: unbezahlbar!

 

Mongolie Grill


Das Prinzip des mongolischen Barbeuces sollte jedem ein Begriff sein, oder? An einem mehr oder minder riesigen Buffet wirft man die unterschiedlichsten Zutaten – je nach persönlichem Gusto und dem lokalen Angebot – zusammen in eine Schale, wählt aus einer Vielzahl von Soßen seine gewünschte Geschmacksrichtung aus und drückt diese Schale dann dem (niemals) mongolischen Küchenchef in die Hand. Zubereitung und Service sind dann Aufgabe des Restaurantpersonals. Nachdem gleichen Prinzip funktioniert auch der Mongolie Grill hier in Whistler, außer dass hier (natürlich) ein wenig mehr auf Show gemacht und mitten im Restaurant „gekocht“ wird. Auch die Tatsache um den „lustigen“ Überraschungseffekt, dass man eigentlich nie so recht weiß, wieviel man am Ende des Tages/Essens bezahlen muss, ist uns Europäern irgendwie fremd – dank Tripadvisor wusste wir aber bereits im Vorfeld: günstig wird das heute nicht. So waren dann die Rechnungsbeträge differierend zwischen 60-80$ pro Kopf nicht wirklich schockierend, aber immerhin ausreichend um zu beschließen, dass das wohl nur ein einmaliges Erlebnis war.

Fazit:
Lecker war es ohne Zweifel – aber leider ist der Preis schon heftig. Wer sich dieses Erlebnis dennoch nicht entgehen lassen möchte, dem sei gesagt, von 12-16 Uhr ist täglich Happy Hour, d.h. es gibt 20% Rabatt auf die Endsumme.

 

Furniture Warehouse

Vom Preishammer zum Preishammer – allerdings im wirklich extremsten Gegenteil. Das Furniture Warehouse bietet nebst Funsport-Orientiertem Ambiente eine tägliche Speisekarte mit dem unschlagbaren Angebot von „jedes Gericht für 4.95$“ an; d.h. egal ob Vorspeise, Haupt- oder Nachspeise alles spottbillig. Zunächst hatten wir arge Zweifel, was die Qualität des Essens angehen möge, aber selbige waren nach dem ersten Testessen schnell verflogen. Sicherlich, kulinarische Preise wird man mit der einfachen und ehrlichen Küche des Warehouses nicht gewinnen, dennoch ist das Essen nicht schlechter als bei uns daheim in jedem x-beliebigen „Gasthof Zur Post“ oder ähnlichem Standart. Dennoch sollte man sich sicherlich über die ein oder andere Herkunft diverser Lebensmittel keinen Kopf machen, denn der sonst so grün und organic denkende Kanadier, könnte ansonsten kaum am „Wings-Tuesday“ jeden Wing für 33 Cent anbieten. Dieser unfassbare Kampfpreis kann wohl nur auf dem Rücken der Hühner ausgetragen werden. Aber da wir diesmal wirklich lange hier waren, mussten wir diese Bedenken einfach über Bord werfen, denn günstiger Essen als im Furniture Warehouse geht einfach nicht. Kurzer Exkurs zu einem Supermarkt-Einkauf: Nudeln, Tomaten, Tomatensoße, Käse, Hackfleisch, eine Zwiebel, einige Karotten und eine große Knoblauchzehe, schlugen mit knapp 18$ zu Buche, das sind fast 4!!! Hauptgerichte im Furniture. Ihr seht, worauf ich hinaus will?

Fazit:
Jedes Essen für 4.95$ ist für Langzeittouristen ein unschlagbarer Preis, ebenso der „Wings-Tuesday“ mit den 33 Cent pro Wing, sowie der „Taco-Wednesday“, an dem jeder Taco mit 99 Cent zu buche schlägt. Da nimmt man die Lautstärke des stets beschallten Lokals, die Einfältigkeit ein jeder der 18 jährigen Bedienungen und die regelmässige Warteschlange am Eingang schon mal in Kauf.

Sobald weitere Lokale getestet wurden, werde ich diesen Bericht vervollständigen – aber wie gesagt, in der Regel gilt: Essen gehen in Whistler ist nicht unbedingt eine Tätigkeit, der Geldbeutel jeden Tag zulässt.

Ride. Eat. Sleep. Repeat. 
R

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