SÜDTIROL

Reisepläne hier, Bucketlist dort, oh ja stimmt nach Japan wollte ich noch, Namibia steht weit oben im Kurs, Kanada muss wiederholt werden und verdammt nochmal der ganze asiatische Raum fehlt mir auch. Von Australien und Neuseeland ganz zu schweigen. Obendrein laufen die Reisevorbereitungen für den anstehenden USA-Trip auf Hochtouren…

Warum aber immer in die Ferne schweifen und sich ewigen Flugstunden (und der Meilensammlerei) hingeben, wenn es doch ums Eck mindestens eben so schöne Orte, beeindruckende Natur und so viele to-do’s gibt? Ist nicht das Gleiche? Stimmt schon, dennoch sollte man mit offenen Augen durch die Welt gehen, denn dann werden die Münder meist folgen.

Ein persönlicher Kurzdistanzfavorit ist und bleibt Südtirol; nur einen sinnbildlichen Katzensprung entfernt bietet die Region zwischen Brenner und Gardasee eine enorme Vielzahl an Highlights. Um ehrlich zu sein, zu viele um allen gerecht zu werden.

Hier eine kleine (und bei weitem unvollständige) Übersicht an Dingen, die man meiner Meinung nach unbedingt in der nördlichsten Provinz Italiens gesehen/erlebt haben muss:
Die Drei Zinnen
Nicht nur für Kletterer sind die Drei Zinnen oder Tre Cime di Lavarede, wie der Italiener sagt, ein Muss. In der Nähe von Toblach gelegen im Herzen der Sextener Dolomiten befindet sich der Naturpark Drei Zinnen; übrigens seit 2009 UNESCO Weltnaturerbe. Hier folgt man der Mautstraße bis zum Parkplatz an der Auronzo Hütte, von hier beginnt eine gemütliche je nach Schritttempo 3-5 stündige Rundwanderung um die 3 Felszacken. Während man meist die ersten Meter noch zusammen mit Horden von Touristen zurücklegen muss, ist man aber spätestens ab der Drei Zinnen-Hütte etwas „einsamer“ unterwegs. Spätestens ab hier heißt es dann auch: Panorama Feuer frei. Alles in allem, eine wunderschöne Rundtour, die man mit festem Schuhwerk und ein wenig Kondition ohne Probleme meistern kann.

Kurz vor der Vollendung der Rundtour wartet ein Geröllfeld, bei dem es rechts sehr steil und weit in die Tiefe geht, hier gilt es ein wenig Vorsicht walten zu lassen, Kinder an die Hand zu nehmen und stets den Hang zu fokussieren. Aber auch dass ist (sollte) für eine Wegstrecke von ca. 200-300m durchaus machbar.

 

 

Sulden
Das ca. 400 Einwohner fassende Minidörfchen Sulden verweilt an einem der schönsten Hochtäler in ganz Südtirol, im Schatten von König Ortler, der Königsspitze, dem Monte Zebru und weiteren beeindruckenden Gipfeln ist es der perfekte Ausgangspunkt für Aktivitäten aller Art. Abgeschieden von jeglichem Trubel oder städtischen Hektik erfährt man hier wirklich hochalpine Entschleunigung – egal, ob man im Winter oder im Sommer zu Besuch ist. Die Jahreszeit ist Reinhold Messners Yaks übrigens ziemlich egal, denn sie sind hier oben stets vor Ort und neben einem der Messner Mountain Museen DAS touristische Highlight. Ich war schon mehrmals an diesem herrlichen Fleckchen Erde, im Sommer zum Bergsteigen, sowie auch im Winter zum Skifahren; was ich empfehlen würde? Beides. Denn jedesmal ändert sich das Gesicht der Umgebung, die Eindrücke und die Natur wirken anders – nur enttäuscht wir man nie, soviel ist sicher. Im Sommer kann ich definitiv eine von der Alpinschule organisierte Besteigung der Cervedale – mit 3.778 m dem dritthöchsten Gipfel im Ortler-Massiv, oder – etwas weniger alpinistisch – eine dennoch sportliche Bergtour zum Fuße des Rosimgletscher empfehlen.
Im Winter, sofern es ausreichend Schnee hat, warten mehrere sagenhafte Tiefschnee-Runs abseits der planierten Pisten auf den ambitionierten Skifahrer/Snowboarder; hier möchte ich allerdings nicht näher ins Detail gehen oder gar etwas Preis geben – wer suchet der findet. Vom Tree-Run bis zu kompletten offenen oder felsenzerklüfteten Faces; hier ist für jeden etwas dabei.

 

 

 

Kronplatz
Über den Kronplatz hatte ich hier ja schon mal ein paar Worte verloren. Generell gibt es hier wenig hinzu zufügen, außer dass der örtliche Tourismusverband alles Erdenkliche tut, um den Kronplatz für eine möglichst breite Zielgruppe zu begeistern.  Das bedeutet am Gipfel des Kronplatzes ist nahezu jeglicher Publikumsmagnet zu finden, angefangen von diversen Einkehrmöglichkeiten, über den Einstieg zum MTB Park, ein eigenes Messner Mountain Museum, eine Vielzahl an Kinderspielplätzen und diverse Verrücktheiten wie z.B. eine Riesenschaukel am Felsrand – es fehlt an nichts. Klingt nach Trubel pur und wenig idyllischem Naturerlebnis, zugegebenermaßen ist dem auch so, dennoch hat man von hier oben einen herrlichen Ausblick und 2 von 3 gebotenen Trails des MTB Parks sind einfach aller erste Sahne. Für den geneigten Zweiradfahrer daher ein absolutes Muss! (angeblich soll aber auch der Winter hier einiges zu bieten haben – ein Augenzeugen-Bericht hierzu fehlt mir bis dato aber…)

Anbei ein kurzer Einblick in eine der Abfahrten am Kronplatz; frei nach dem Motto „Vollgas macht Riesenspaß“:

 

 

Der Pragser Wildsee
Ein wunderschöner tiefgrüner Bergsee, der sich in etwa zwischen Bruneck und Toblach befindet. Das geschützte Naturdenkmal (ebenfalls UNESCO Weltnaturerbe) ist der perfekte Ausgangsort für einen leichten Spaziergang um den See, einem Sonnenbad vor einer imposanten Kulisse oder aber zu einer der besten Bergtouren, die ich bis dato jemals gehen durfte. Der Aufstieg über den Ofen zur Seekofelhütte inklusive einer kompletten Umrundung bz. Überschreitung des wie Bierdeckel aufgeschichteten Bergmassives. Eine schier unfassbare Tour, allerdings bestimmt nicht für jedermann… Eine Gehzeit von fast 7,5 Std. mit mehr als 1.600hm setzen eine gewisse (positive) Leidensfähigkeit voraus. Für jeden Bergsteiger aber ein absolutes Muss.

Wer es weniger sportlich haben möchte, der kann auch „nur“ bis zur Seekofelhütte aufsteigen und den Ausblick bei gegrilltem Bergkäse und Polenta (sagenhaft!!) geniessen.


…ich kann es kaum erwarten, neue Fleckchen im kleinen aber mehr als feinen  Alto Adige zu entdecken.

Dann heißt es wieder frei nach Volksheld Andreas Hofer, „Mander, s’isch Zeit“.

R.

2 Gedanken zu “SÜDTIROL

  1. Was soll man nach dieser Liebeserklärung an diesen oft verkannten Flecken Erde noch hinzufügen ausser einer riesen Portion Zustimmung. Ich war leider bisher nur 2 mal dort muß aber festhalten das beide Male überragend waren und ich vermutlich noch 2 Leben brauche um dort alles zusehen. Der witzige Teil Südtirols soll nicht unerwähnt bleiben – der Dialekt 🙂 … da ich zu meinem Freundeskreis auch ein paar Leute aus den Tiroler Bergen zählen darf muss ich immer schmulzend feststellen was es alles bedeuten kann wenn die Leute von sich behaupten sie sprechen „deutsch“ 🙂

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