REDBULL PLAYSTREETS

Kaum aus Schweden zurück, packe ich meinen Kram erneut zusammen und mache mich bereit für eine Zeitreise. Es geht nach Österreich, genauer gesagt nach Bad Gastein – dort wird in den engen Gassen des kleinen Städtleins in unregelmässigen Abständen der Freeski-Contest RedBull Playstreets abgehalten.

Warum ich das Ganze als Zeitreise bezeichne?

Ich habe diesen In-City-SlopeStyle-Contest schon vor vielen Jahren, ganz zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn, besuchen dürfen. Ich war damals Redakteur beim skiing Magazine und kann somit Parallelen von damals zu heute ziehen.

Seit 2009 bis heute ist wirklich viel passiert. Damals war ich mit meiner Freundin vor Ort, selbige ist heute verheiratet und Mutter zweier Söhne – ich habe damit allerdings nichts mehr zu tun. Damals war der Aufschrei groß, als – ich glaube – Tobi „Gentile“ Tritscher über den Kicker vor dem Hotel Gisela den ersten 720 in den damaligen Parkour stellte, heute springen die Jungs bereits an der ersten Hip 900er, von Jesper Tjäders Double-Flip wollen wir noch gar nicht sprechen. Damals hatte ich bereits spätestens am Grenzübergang ein Bier in der Hand, heute sind es ein Wasser und die Kamera. Damals zählten wir zu den jungen Wilden, heute sind wir die alten Säcke, die ehrfürchtig kopfschüttelnd die Menge, die Athleten und das Ausmaß der Veranstaltung betrachten. Früher gab es sagenhafte 4 Elemente auf dem Kurs, an dem sich die Fahrer austoben konnten, heute sind es nicht doppelt so viele, nein es sind direkt 10 Stück – versteht mich nicht falsch, ich bin niemand aus der „früher war alles besser“-Fraktion und mir ist völlig bewusst: keine Evolution bedeutet Stillstand. Dennoch ist es plötzlich schon ein komisches Gefühl, wenn man wie der eigene Opa von „damals“ zu erzählen beginnt und dazu gedankenverloren lächelt …

Aber bei all diesen damals-und-heute-Vergleichen bleibt dennoch eins zu sagen, es mag sich viel verändert haben, nicht nur privat und persönlich bei jedem einzelnen, sondern auch im Sport oder gar dem Örtchen Bad Gastein, in der Sache – der Liebe zum Freeskiing und seinen Begleitumständen – sind wir doch alle immer noch vereint. Und auch irgendwie gleich…

Loslassen, kann (und will) aus der damaligen Generation keiner so richtig.

Der Moderator dieses Events ist und bleibt seit gefühlt Tag 1 ein guter Freund, Arbeitskollege und deutsche Freeski-Legende Nr. 1 Nico Zacek. Oben genannter Tobi Tritscher sitzt heute als Judge bei PlayStreets 2017 vor seinem Monitor und entscheidet nicht mehr mit seinem Run, wer eine Runde weiter kommt, sondern mit seiner Stimme auf dem Zettel. Der Sieger von 2009 Russ Henshaw gibt sich immer noch die Ehre und haut sich auch in diesem Jahr wieder über den Kurs. Selbst Freeski-Superstar Jon Olsson schaut bei der siebten Auflage dieses Events vorbei und sagt dabei auch noch den folgenden bedeutungsschwangeren Satz „Ich bin immer da, wo es gut ist – je nach Bedingungen fliege ich nach Japan oder Kanada; aber heute, heute bin ich hier“.

Ich könnte jetzt hier noch allerlei weitere Namen, Persönlichkeiten und Helden aus den vergangenen Tagen der heimischen Freeski-Szene auflisten, die mir im Laufe des Tages mit einem herzlichen Hallo über den Weg gelaufen sind; aber Fakt ist, wir – die „alten“ Hasen – sind zwar alt geworden, dennoch kommt man immer wieder dorthin zurück, wo man eine gute Zeit hatte oder eben eine erneut gute Zeit (und die alte Garde) vermutet.

Der Red Bull Playstreets Event in Bad Gastein, ist hierfür ein Garant.

Auch wenn wir nahezu geschlossen den After- & Rider-Parties in den altbekannten Locations wie Silver Bullet oder auch dem Ginger & Gin mttlw. fernbleiben, es war wieder einmal ein schöner Ausflug und eine kurze Zeitreise in die Erinnerungen an die „alten Tage“.

Hat mich gefreut euch alle wiederzusehen.

Bis bald & wie es die Marketing-Abteilung von Line sagen würde: #iamaskier
R.

Ps: Wer etwas mehr von der sportlichen Seite serviert bekommen will, der klickt mal bei den Kollegen von freeskiers.net und bergstolz rein!

Fotos: ©Thilo Gierschner.

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