NORRØNA FALKETIND

EIN GASTBEITRAG VON THILO

 

Ein Fahrradausflug findet meistens im Freien statt. Tatsächlich ist draußen zu sein mit ein Grund warum man sich überhaupt aufs Rad schwingt. Das Dumme am draußen sein ist, dass es dort manchmal ziemlich unangenehm ist. Da ist Kanada keine Ausnahme.

Aber von vorne.

Mitte September machte ich mich gemeinsam mit meinem guten Freund Perueckenjunge auf, ins Mekka des Bergradelns, ins Paradies des Gravity-Bikens, zum Olymp des Gelände orientierten Radsports. Kurz: Nach Whistler in British Columbia an der Westküste des zweitgrößten Landes der Welt. Als erfahrener Reisender und Outdoor-Fanatiker machte ich mir vor Reiseantritt natürlich ein paar Gedanken zum Equipment. Wenn einem die Lufthansa das eigene Reisegepäck auf 20 Kilo beschränkt und man sowohl auf Sonnenschein mit 24 Grad, als auch auf Minustemperaturen und Schneefall vorbereitet sein will, ist eine durchdachte Packliste mehr als wichtig. Außer man will sich vor Ort zu Trottel-Touri-Preisen ausrüsten. Wollte ich nicht.

Während ich also bei fast allen Ausrüstungsteilen und Kleidungsstücken lange überlegte, war die Norrøna Falketind sowohl bei mir, als auch bei Rainer, von Anfang an gesetzt – schließlich hatte sie sich schon mehrmals im Hamburger Dauerregen bewährt. Jetzt sollte sie ihr Können auch im richtigen Outdooreinsatz unter Beweis stellen. Also auf an die Kanadische Westküste!

Von Anfang an gingen wir morgens auf den Balkon und begutachteten das Wetter. Das Wetter in Whistler Village, wohlgemerkt, nicht das im Whistler Bikepark. Auch wenn die Distanz dazwischen nur wenige hundert Meter beträgt lässt sich auf diese Art lediglich feststellen, ob es nass oder trocken ist. Zunächst dachten wir, wenn es auf dem Balkon warm war, wäre es auch am Berg warm. Oder eben kalt. Aber wir mussten schnell feststellen, dass wir uns diese Analyse sparen konnten. Wir mussten immer auf alles vorbereitet sein. Und das waren wir. Unter anderem dank der besagten Norrøna Jacke. In Kombination mit dem Norrøna Base Layer war es weder zu warm, noch zu kalt, egal ob Mega-Bike-Action oder Zwangspause im Lift. Und musste man doch einmal Dampf ablassen, bzw. sich abkühlen, genügte ein kurzer Zug am Zipper unter der Achsel und schon gab es eine Packung Frischluft. Dabei war die Temperatur nicht das einzige, worauf wir uns und unser Outfit einstellen mussten…

Im Herbst kann es schon mal sein, dass es in Kanada ziemlich viel regnet. Rainer hat davon letztes Jahr ausführlich berichtet. Und auch wenn wir im Großen und Ganzen ziemlich viel Glück hatten, gab es auch einige sehr nasse Erlebnisse. Und mit nass meine ich eine Mischung aus Noah-Gedächtnis-Sintflut und Pazifik.

Wir machten einen Abstecher zum Bikepark Silverstar etwas weiter östlich im Landesinneren, wo wir direkt von einem erquickendem Dauerregen begrüßt wurden. Egal, im Harz war ich auch schon bei Regen biken. Ich musste allerdings schnell feststellen, dass Regen und Regen nicht das selbe ist. Denn das hier hatte mit handelsüblichem mitteldeutschen Nass rein gar nichts zu tun. Alles in allem war es mehr Schlammrutschen als Downhillbiken. Wir mussten sogar die Brillen abnehmen, da sie keine Scheibenwischer hatten und wir durch sie noch weniger sahen, daher blieb uns nichts anderes als blinzelnd wie ein Maschinengewehr einfach die Strecken bergab zu rasen.

Dabei war es völlig egal, was von oben runterkam oder uns von den Reifen entgegengeworfen wurde. Unter der Jacke blieb es trockener als Rainers Humor und wir hatten trotz miserablem Wetter erstaunlich viel Spaß. Das war der härteste Nässe-Test, dem ich jemals eine Jacke zum Fraß vorwarf. Nur ließ sich die Norrøna Falketind Jacke davon nicht fressen.

Genauso wenig bei unserem fast dreistündigen Kayak-Ausflug in der Bucht von Tofino. Sowohl durch das Paddeln, als auch durch die Wellen die gegen das Boot schlugen, flog uns zeitweilig so viel Wasser um die Ohren, dass man damit die Sahara vollständig aufforsten hätte können. Die Jacke aber interessierte das nicht. Sie hielt einfach dicht. Mehr als das, sie verbannte jegliche Feuchtigkeit nach draußen und ließ uns gleichzeitig genügend Bewegungsfreiraum, um so effektiv wie unser nicht vorhandenes Talent es eben ermöglichte, durchs Wasser zu pflügen. Besonders hilfreich waren dabei zwei Features der Jacke, die ich bei anderen Herstellern bisher vermisst habe. Klar, Kapuzen gibt’s auch woanders und verschließbare Bündchen sind auch nicht gerade Rocketscience, aber die extrem gut abgedichteten Nähte und vor allem die verlängerten Partien am unteren Rücken und den Handgelenken sorgten dafür, dass wir selbst nach der Paddel-Action im strömenden Regen unter der Jacke trocken waren. Und jeder der bei solch Bedingungen schon mal im Schoß von Mutter Natur unterwegs war, weiß, was das in Wohlfühlpunkten bedeutet.

Was ebenfalls jeder weiß, der schon sich schon mal mit dem Sport Bergab-Radfahren beschäftigt hat ist, dass man durchaus mal ungewollt vom Fahrrad absteigt. Im Allgemeinen bleibt das nicht ohne Spuren. Gelegentlich am Fahrer, fast immer aber an seiner Kleidung. Zugegebenermaßen habe ich mir deshalb auch Sorgen um meine Norrøna Jacke gemacht, da sie erwartungsgemäß einen Preis hat, der zu ihrer Performance passt. Ich hätte mir weniger Gedanken machen und mich mehr aufs Biken konzentrieren sollen. Dann wären mir vielleicht ein paar blaue Flecken erspart geblieben. Die Falketind war auf jeden Fall zäher als ich, denn ihr sieht man bis heute nichts an.

Fazit:
Sechs Wochen Natur, Action, Nässe und Kälte habe ich nicht wegen der Jacke genossen, aber sie hat einen gehörigen Teil dazu beigetragen. Zuverlässig erledigt sie ihren Job, nämlich mich trocken zu halten und erwartet dafür kein Lob im Sinne von Pflege. Sie ist auch nicht wählerisch. Nachdem sie alle Herausforderungen beim Wandern, Biken und Kayaken bestanden hat, bin ich sicher, dass man mit ihr auch Reiten, Segeln, Golfspielen oder mit dem Hund um den Block gehen kann.

Selten hat mich ein Produkt so überzeugt.

So muss Outdoorklamotte.
T.

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