PIPE DREAM

Zunächst sollte ich erwähnen, dass ich ein riesiger DC Shoes Fan bin, ebenso wie ich Robbie Maddison schon verfolgt habe, als er noch MX-Rennen fuhr, auf Triumphbögen rum- oder ganze Kanäle übersprang.

Deshalb kann sich jeder (noch dazu jeder, der mich kennt) vorstellen, wie ich Robbies neuem Projekt namens Pipe Dream entgegen gefiebert habe. Jedes kleine Bildchen oder Gerücht wurde verfolgt – schnell war klar, okay, irgendwas mit Wasser und Tahiti wird es wohl werden. Warten wir es einfach ab…

Dann kam der Tag und Pipe Dream wurde veröffentlicht, ich habe den Link fast schneller geklickt, als er bei youtube veröffentlicht wurde.

Staunen, Kopfschütteln und durchwegs mehr als überrascht sein, waren meine ersten Reaktionen. Was ein Video; Wahnsinn. Surfen und MotoX kombiniert – total super. Gleich nochmal ankucken.

Und dann wurde ich stutzig… Was mache ich da gerade? Ich feiere jemanden, der mit einem modifizierten MX-Bike über die Wellen vor Tahiti ballert. Irgendwie ist das selten sinnbefreit, um nicht zu sagen idiotisch. Aber gut, was bleibt einem als Marketing-Abteilung von DC über, wenn man mit Ken Block und der Gymkhana-Serie unfassbare View-Zahlen erreicht hat? Man muss nachlegen und das möglichst „viral“-tauglich. Das hierbei dann solch Fantasie-Kombinationen wie „MX Bike trifft auf Meer“ tatsächlich umgesetzt werden, war nur eine Frage der Zeit. Vor allem dann, wenn Geld offenbar keine Rolle zu spielen scheint.

Jetzt kann mir nur niemand erzählen, dass solche Bilder alle beim ersten Versuch klappen und im Kasten sind. Deshalb stellen sich für mich hier ein paar Fragen, deren Antworten, man sich wahrscheinlich eher nicht ausmalen möchte: Hatten die Einheimischen wirklich Spaß? Wie oft landete die Maschine im Wasser? Wie viele Bikes wurden versenkt? (Bike im Wasser bedeutet übrigens immer auch Öl und Benzin im Wasser) uvm. Bei seinen früheren Stunts muss man sich – oder viel mehr ihm – natürlich schon auch ans Hirn langen, denn wer springt freiwillig von einer Skischanze oder überflippt die Tower-Bridge; dennoch hat er hier jedesmal „nur“ sein eigenes Leben aufs Spiel gesetzt. Diesmal war das etwas anders.

Ich will mich hier nicht unnötig als Gutmensch aufspielen und von Dingen wie Nachhaltigkeit, Sinn und Zweck brabbeln – aber letzten Endes, fand ich die ganze Aktion irgendwie unnötig und in Zeiten von organic hier, glutenfrei da, Sea Shepherd dort und „Umweltschutz geht alle an“ einfach etwas kontraproduktiv bzw. mit fadem Beigeschmack.

Aber wir wissen ja alle, Humor und Werbung darf alles…

In diesem Sinn, nix für ungut

R

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